Was ist eine Dysplasiesprechstunde – und warum gibt es sie?
Viele Frauen fragen sich: Wieso, weshalb, warum brauche ich eine HPV-Untersuchung bzw. warum
muss ich in eine Dysplasiesprechstunde?
Die Antwort ist beruhigend:
Die Dysplasiesprechstunde dient dazu, Zellveränderungen frühzeitig zu erkennen und sicher abzuklären
– lange bevor etwas Gefährliches entsteht.
Wo fängt alles an?
Die Krebsvorsorge beginnt in der Regel ab dem 20. Lebensjahr. Dabei wird ein sogenannter PAP-
Abstrich vom Gebärmutterhals durchgeführt.
Ab dem 35. Lebensjahr kommt zusätzlich die sogenannte Ko-Testung dazu:
- PAP-Abstrich (Zelluntersuchung)
- HPV-Test (Test auf Humane Papillomviren)
Was sind HPV-Viren?
HPV bedeutet „Humane Papillomviren“ – also Viren, die beim Menschen vorkommen.
Ganz wichtig: Diese Viren sind sehr häufig. Die meisten Menschen kommen im Laufe ihres Lebens damit
in Kontakt. Es gibt über 200 verschiedene Typen:
- Niedrigrisiko-Typen (meist harmlos)
- Hochrisiko-Typen, die Zellveränderungen am Gebärmutterhals verursachen können
Das bedeutet aber nicht, dass automatisch Krebs entsteht – sondern nur, dass wir genauer hinschauen
sollten.
Wie verläuft eine HPV-Infektion typischerweise?
Es gibt meist drei mögliche Verläufe:
1. Der Körper beseitigt das Virus selbst
→ häufig innerhalb von 1–2 Jahren
2. Das Virus bleibt nachweisbar, verursacht aber keine Veränderungen
→ es entstehen keine Zellveränderungen
3. Es entstehen Zellveränderungen
→ das sind Vorstufen, die sich langsam entwickeln können
Warum wird weiter untersucht?
Zellveränderungen sind in der Regel Vorstufen von Krebs, aber noch keine Krebserkrankung.
Und genau hier liegt der Vorteil der Vorsorge:
Wir wollen Veränderungen früh erkennen und behandeln, bevor sie gefährlich werden.
Wann kommt man in die Dysplasiesprechstunde?
Der Ablauf ist häufig folgender:
- Beim Frauenarzt wird ein HPV-Test durchgeführt
- Der Test ist positiv – das ist zunächst nichts Ungewöhnliches
- Es erfolgt eine Kontrolle nach 6–12 Monaten (abhängig vom Virustyp)
- Wenn das Virus weiterhin nachweisbar ist → Überweisung in die Dysplasiesprechstunde
Das passiert in der Dysplasiesprechstunde?
Zuerst findet ein ausführliches Gespräch statt, in dem alle Schritte erklärt werden.
Anschließend folgt die Untersuchung:
- Untersuchung der äußeren und inneren Genitalien
- Betrachtung des Gebärmutterhalses mit einem Kolposkop (eine Art Mikroskop zur Vergrößerung der Oberfläche)
- Anwendung spezieller Lösungen, um Veränderungen sichtbar zu machen
- Falls nötig: Entnahme einer kleinen Gewebeprobe (Biopsie) oder Zellgewinnung vom Gebärmutterhals
Die entnommenen Proben werden anschließend in der Pathologie untersucht.
Und dann?
Je nach Ergebnis wird gemeinsam entschieden:
- Kontrolle und Beobachtung
- oder gezielte Behandlung (z. B. Entfernung der veränderten Stelle)
Kann man vorbeugen?
Ja! Die wichtigste Maßnahme ist die HPV-Impfung:
- empfohlen für Mädchen und Jungen
- idealerweise im Alter von 9–13 Jahren, spätestens vor dem 19. Lebensjahr
- In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die HPV-Impfung
standardmäßig: Für Mädchen und Jungen von 9 bis einschließlich 17 Jahren.
(Grundlage dafür ist die Empfehlung der Ständige Impfkommission (STKO)).
Zum Schluss
Die Dysplasiesprechstunde ist nichts, wovor man Angst haben muss. Sie ist ein wichtiger Teil der Vorsorge und hilft dabei, Veränderungen früh und sicher zu erkennen – damit es gar nicht erst zu einer bösartigen Entwicklung kommt.
